Ganz nach Gusto
von Gerald Paschen
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Die attraktivste Zone der Levante beginnt eine Autostunde weiter - in der Provinz Alicante. An der nördlichen Costa Blanca stehen die teuersten Immobilien, die Landschaft ist am abwechslungsreichsten, und Freizeitangebote finden sich für jeden Geschmack. Markanter Blickfang zwischen den Küstengemeinden Denia und Javea ist der Montgo, ein 758 Meter hohes Felsmassiv. An der Nordseite erstreckt sich Denia mit einer Villenurbanisation, dem Hafen, einer geschaftigen Altstadt und dem kilometerlangen Strand von Las Marinas. Früh entwickelten sich dort Handel und Tourismus. An der zentralen GeschäftsstraBe Marques de Campo eröffnete schon im Jahr 1925
das erste Hotel.

Wohlhabende Madrileños und Valencianer geniessen dort gern das maritime Flair. Ausländische Hauskaufer haben den Ort in den Siebzigem entdeckt, sein spanischer Charme allerdings ist dadurch nicht verloren gegangen. Als noch einen Tick exklusiver gilt Javea, dessen lang gestreckte Bucht die Stadt quasi zum Meer hin offnet. Dort kann man auf gehobenem Niveau Ruhe finden, und es lassen sich die malerischen Buchten, die Felsenzungen und die schroffen Steilküsten erkunden, die sich bis zur nachsten Nobelgemeinde hinziehen: bis nach Moraira nämlich.

Der Sporthafen gehört mit seinen Cafes, Res¬taurants, Geschäften und umliegenden Villenurbanisationen zu den gediegens¬ten Treffpunkten der Küste. Und mit der traumhaften KüstenstraBe, die sich von dort aus kilometerweit bis zum Felsen von Ifach - dem Wahrzeichen der Costa Blanca in Calpe - schlangelt, wartet schon das nachste Highlight. Calpe selbst gilt als die Hochburg der Deutschen an der Costa Blanca. Es gibt dort deutschen Karneval und Oktoberfeste, Handwerker und Filterkaffee. Calpe, das ist einerseits Tourismus pur in den Strandzonen - und andererseits Residentenleben in den umliegenden Urbanisationen. Hinter Calpe zeigt die Küste dann ein anderes Gesicht. Vorbei ist's mit dem Grün, alles wirkt trockener und wüstenhafter.

Die Sierra de Bernia, die dort bis an die Küste stösst, bildet eine lokale Wetterscheide. Südlich dieses Gebirges, in Altea, Benidorm, El Campello oder Alicante, ist es ganzjährig immer ein paar Grad wärmer als weiter nördlich an der Costa Blanca: im Winter ein Vorteil, der Sommer jedoch erfordert eine gewisse Hitzeresistenz. Kontraste sind ohnehin angesagt: In Al¬tea, das durch seine Altstadt beeindruckt, warten kulturelle und kulinarische Genüsse, edle Boutiquen und exklusive Immobi¬lien. Benidorm dagegen prasentiert sich als Maschine des Massentourismus mit über 130 Hotels, Apartmentfirmen und Campingplatzen - insgesamt 60.000 Gas¬tebetten gibt es dort.

An manchen Hochsaisontagen absorbiert der 70.000-Einwohner-Ort über 400.000 Urlauber. Während man sich in Alteas Musik-Palau an Balletttheater und Opern delektiert, stehen in Benidorm Partys, Stripshows, Stand-up-Comedy, Kampftrinken und schneller Sex auf dem Programm. Zehn Kilometer weiter, in El Campello, dann wieder eine andere Welt: Ruhige Villenlagen prägen die hügelige Küste, der Ortskern mit Hafen und Restaurant verströmt spanisches Ambiente. Wer eben 'dies noch authentischer erleben will, fahrt gleich nach Alicante (300.000 Einwohner) weiter.


Südlich der Provinzkapitale andert sich die Topographie erneut. Bei Guardamar beginnt eine einmalige Dünenstrandlandschaft, dahinter ist es kilometerweit flach. Bekannt ist die Gegend sowohl durch die Lagunen von Santa Pola und Torrevieja aus denen immer noch Salz gewonnen wird - als auch durch den rasanten Ferienhausboom im letzten Jahrzehnt. Allein Torrevieja (80.000 Einwohner) ist seit 1990 um 57.000 Einwohner gewachsen.


Dagegen hat die Entwicklung der Region Murcia zum Feriengebiet gerade erst begonnen. Die meisten Resorts konzentrieren sich zwischen der Stadt Murcia und Spaniens groBter Salzwasserlagune, dem Mar Menor - und mit ihnen wird auch das Angebot an Golfplätzen erweitert. So wird eben selbst die knochentrockene Süd-Levante endlich grün.

 

 

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