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Rund 800 Kilometer Mittelmehrküste
logen zwischen der Ebro-Küste und der Hafanstadt
Aguilas in Murcia. Kein Ort ist wie der andere. Es gibt
Grossstätde, touristische Ballungszentren und beschauliche
residentengemeinden. Wer hier nicht das Richtige findet,
hat selbst Schuld
Grün. Das satte Grün der Zitrusplantagen zeigt
uns, dass wir im mediterranen Herzen Spaniens angekommen
sind. Siidlich der Ebro üindung wird es milder,
die winterliche Frostgefahr schwindet. Und im Osten
erhebt sich auch noch dieser Schutzwall aus bis zu 1.500
Meter hohen Felsmassiven. Eine natürliche Barriere,
die den flachen Küstensaum der Levante vor den
kalten Winden aus der zentralspanischen Meseta schützt.
Nicht erst seit den Anfängen des modernen Tourismusbooms
in den sechziger Jahren sind diese Gebiete als Siedlungs
land begehrt. Karthager, Romer und Araber lebten hier
über Jahrhunderte, und selbst ein Papst fand schon
Gefallen an einer Residenz. Wobei für Benedikt
XIII., der nach der Kirchenspaltung im Mittelalter als
Gegenpapst regierte, wohl vor allem Sicherheitsbelange
obenan standen. Papa Luna, wie die Spanier ihn nannten,
verschanzte sich ab 1411 in Peñiscolas Templerburg
unserer ersten Station.
Dieses Ensemble aus Altstadt und Werburg auf einem
64 Meter hohen Felsen ist heute nicht nur das Wahrzeichen
der Costa del Azahar, sondern es soll nach der Alhambra
von Granada auch die Sehenswürdigkeit mit den meisten
Besuchern in Spanien sein. Wer sich aber ins Labyrinth
der verwinkelten Kopfsteinpflastergassen, Treppen und
Stiegen begibt oder sich an den breiten Sandstränden
Peñiscolas umschaut, wird schnell bemerken, dass
Ausländer unter den Besuchern nur eine versprengte
Minderheit ausmachen.
Spaniens Mittelmeerküste ist eben noch nicht
komplett yom ausländischen Tourismus erobert. Am
nordlichen Abschnitt der Costa del Azahar, in den Orten
Alcossebre, Peñiscola, Benicarlo und Vinars,
kommen alljene auf ihre Kosten, die die Mischung aus
spanischem Urlaubsambiente und Fischereihafenflair schätzen.
Und nur erahnen lässt sich von der Küste aus,
dass Castellon zu den gebirgigsten Regionen Spaniens
gehört: Die Berglandschaft des Maestrazgo verspricht
die selten gewordende Begegnung mit mittelalterlichen
Orten und abgeschiedener Natur.
Den Kontrast dazu bildet Valencia, die Hauptstadt und
Namensgeberin der gesamten Region. Spaniens drittgroste
Metropole ist eine langere Entdeckungstour wert. Etwa
urn ins junge Nachtleben, die movida, im Bezirk El Carme
einzutauchen, die Paella im Hemingway-Lokal "La
Pepica" am Stadtstrand zu geniessen oder im neuen
architektonischen Wahrzeichen, der "Stadt der Künste
und Wissenschaften", das grösste Aquarium
Europas zu bestaunen. Valencia hat viel Geld in ein
neues Gesicht gesteckt. Und dass die Stadt im Jahr 2007
mit dem America's Cup die prestigeträchtigste Segelregatta
der Welt austragen wird, heizt die Investitionen weiter
an. |