Auch das im Vergleich zum Euro
starke britische Pfund und die schwindelerregende
Immobilienhausse in GroBbritannien befltigelten die
spanischen Preise. Wer sein Reihenhauschen in einem
Londoner Vorort verkauft oder beleiht, bekommt fUr
das Geld in Spanien eine schicke Villa mit alIen Schikanen.
Noch ein ganz wichtiger Faktor ist der heimische Markt.
Der Wohlstand wachst in España, und so kaufen
sich immer mehr Spanier aus den groBen Städten
und von der reichen Nordküste ein Feriendomizil.
Die Banken machen die Entscheidung leicht. Die Hypothekenzinsen
liegen derzeit bei drei Prozent. Offiziell beleihen
die Finanzinstitute eine Immobilie maximal bis zu
70 oder 80 Prozent.
Aber da die Wertsteigerungen in den
letzten Jahren so immens hoch ausfielen und davon
ausgegangen wird, dass es auch in Zukunft so weitergeht,
sind bei vielen Objekten selbst hundertprozentige
Finanzierungen machbar. So werden Wohnungen in Strandnahe
schon vom Plan weggekauft.
Banken und Bautrager locken mit einer
verblüffend einfachen Musterrechnung: Eine 80
Quadratmeter groBe Neubauwohnung kostet 200.000 Euro.
Bei einem Zinssatz von drei Prozent betragt die Hypothek
ohne Tilgung 6.000 Euro im Jahr. Mit Wohnnebenkosten
ist man bei bei jährlichen Kosten von 9.000 Euro.
In den Sommermonaten lässt
sich das Apartment zwölf Wochen lang für
mindestens 600 Euro vermieten, das ergibt Jahreseinnahmen
von 7.200 Euro. Der Kaufer zahlt so nur noch 1.800
Euro pro Jahr und kann dafür sein Apartment neun
Monate lang selbst nutzen. Spatestens in zehn Jahren
ist die Immobilie das Doppelte wert. Dann verkauft
man sie für 400.000 Euro, streicht 200.000 Gewinn
ein und hat zu dem noch zehn Jahre lang fast umsonst
ein Sonnendomizil besessen.
Rein theoretisch ein Supergeschaft,
das bislang auch tatsächlich funktioniert hat
und die Preise ordentlich anziehen liess. Solange
die Nachfrage da ist, solange die Banken mitziehen,
solange die Zinsen im Keller sind, so lange wird es
auch so weitergehen. Bis Ende der neunziger Jahre
kam ungefähr die Riilfte der Immobilienkaufer
an der Costa Blanca aus Deutschland.
Diese Klientel hat sich jedoch aufgrund
der schlechten Stimmung und der Rezession in der Heimat
far gemacht. Derzeit stellt sie nur noch 20 Prozent
der Kaufer. 70 Prozent machen zu ungefahr gleichen
Teilen - die Briten und Spanier aus, die restlichen
zehn Prozent kommen aus Irland, Holland, Belgien,
der Schweiz und einigen anderen Ländern. Nun
lasst sich nicht die gesamte Costa Blanca über
einen Kamm scheren. Es gibt einfache, aber auch gute
Lagen. 
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